18/07/2026
Zentralbanken kaufen weiter fleißig Gold, und Goldman Sachs sieht darin den wichtigsten Schutz vor weiteren größeren Rücksetzern.
Die Bank schätzt die Käufe im Mai auf 81 Tonnen. Im saisonbereinigten Dreimonatsdurchschnitt seien damit monatlich rund 67 Tonnen gekauft worden. Das liegt fast viermal so hoch wie der Durchschnitt von 17 Tonnen pro Monat vor dem Jahr 2022.
Besonders auffällig ist laut Analystin Lina Thomas die erneute Beschleunigung der Nachfrage aus China. Diese Entwicklung dürfte nach Einschätzung von Goldman Sachs einen Boden unter dem Goldpreis einziehen, auch wenn der Markt derzeit mögliche Zinserhöhungen der US-Notenbank stärker einpreist. Die hauseigenen Ökonomen rechnen jedoch nicht mit Zinserhöhungen, weshalb die Bank diesen Gegenwind für vorübergehend hält.
Für Goldman Sachs bleibt die Reserve-Diversifikation vieler Zentralbanken der entscheidende strukturelle Faktor. Seit dem Einfrieren russischer Reserven im Jahr 2022 hätten vor allem Schwellenländer einen zusätzlichen Anreiz, ihre Abhängigkeit von klassischen Reservewährungen zu reduzieren. Die Bank rechnet deshalb auch in den kommenden Jahren mit hohen Käufen: durchschnittlich 50 Tonnen pro Monat im Jahr 2026 und 40 Tonnen im Jahr 2027.
Auf dieser Grundlage bestätigt Goldman Sachs sein Goldpreisziel von 4.900 US-Dollar je Feinunze bis Ende 2026. Zusätzlich sieht die Bank weiteres Aufwärtspotenzial, weil Gold in privaten Portfolios weiterhin nur eine geringe Rolle spielt und geopolitische Risiken auch private Anleger zu einer stärkeren Diversifikation bewegen könnten.
Haltet ihr eine Rückkehr von Gold zu einem Preis von 4.900 US-Dollar in den nächsten Monaten für realistisch?