19/08/2026
Moderna ist ein womöglich entscheidender Durchbruch bei mRNA-Impfstoffen gegen Krebs gelungen. In einer Phase-3-Studie gegen Hautkrebs überzeugte der neue Wirkstoff in allen wichtigen Punkten.
Das ist der Moment, auf den die Aktionäre des BioNTech-Konkurrenten Moderna sehnlichst gewartet haben: Wie Moderna am Mittwoch vor Börseneröffnung mitteilte, hat der experimentelle personalisierte Krebsimpfstoff Intismeran Autogene, mit dem Moderna zusammen mit dem Entwicklungspartner Merck & Co. Hautkrebs behandeln will, in einer Phase-3-Studie positive Daten geliefert.
Die Reaktion an der Börse fiel geradezu euphorisch aus: Moderna sprang im vorbörslichen Handel um mehr als 60 Prozent an, die Aktie von Merck & Co. legte um sieben Prozent zu. Es ist der seltene Fall, in dem eine lange ungewiss erscheinende Biotechstory tatsächlich die lange nur erhoffte Substanz liefert. Damit bekommt die vage Aussicht auf einen neuen Milliardenmarkt für Moderna frische Nahrung.
Die Studie erreichte laut einer Mitteilung von Moderna alle angestrebten Endpunkte: Das Medikament verbesserte das rezidivfreie Überleben, also die Zeit ohne Rückfall, und das Überleben ohne Fernmetastasen im Vergleich zum bisher marktführenden Medikament Keytruda. Untersucht wurden 1.137 Patienten mit vollständig reseziertem Melanom (schwarzer Hautkrebs) im Stadium IIB bis IV. Sie wurden nach dem operativen Entfernen des Tumors im Verhältnis 2:1 randomisiert.
Besonders wichtig: Es handelt sich laut Moderna zugleich um die erste positive Phase-3-Studie für eine individualisierte Neoantigen-Therapie und zugleich um die erste positive Phase-3-Studie für eine mRNA-basierte Krebstherapie überhaupt. Auch BioNTech forscht an mRNA-Impfstoffen gegen Krebs, hat aber bisher noch keine Phase-3-Studie beendet.
Besonders spannend ist der Ansatz der Individualisierung. Der Impfstoff mit dem Namen „Intismeran Autogene“ wird aus einer Tumorprobe des Patienten hergestellt und so auf dessen einzigartige Mutationen zugeschnitten. Laut Moderna besteht jede Therapie aus einer synthetischen mRNA, die bis zu 34 Neoantigene kodiert und so das Immunsystem auf die Krebszellen trainieren soll.